Samstag, 26. Juni 2010

ENDE GUT, ALLES GUT






2010-06-25
Das meiste ist getan, ich schaue beruhigt auf diesen Tag. Nach der Budgeterstellung mit unseren vielen Projekten gemeinsam mit Mr. Adu, fahre ich in die PTC Demonstration - School, um noch die letzten Kinder für unsere Paten zu fotografieren und einen Hausbesuch zu machen. Ich gehe mit dem Mädchen durch viele kleine Gässchen – auf diese Weise lerne ich Akropong auf eine ganz andere Weise kennen. Wir kommen zum „family house“ eines Herbalisten, einem Kräuterkundigen. Wie üblich bewohnt die Familie nur einen Raum, der – verglichen mit anderen Behausungen – sehr gepflegt ist. Die Eltern schlafen in einem Bett, die Kinder auf den Boden. Diesmal auf einer dünnen Schaumgummimatratze – üblich sind nur dünne Grasmatten. Das Geldgeschenk ist wirklich willkommen, das Mädchen wünscht sich Bücher, denn sie ist eine sehr gute Schülerin und will Anwältin werden.
Dann hole ich mein Kente – Kleid von der Schneiderin und sehe, dass mir meine Gesundheitskur – ich habe fast nur Früchte – Mangos, Pineapples, Papaya, Orangen – gegessen – sehr gut bekommen ist. Obwohl der dicke Stock aufträgt, glaube ich, dass ich etwas abgenommen habe.
Ich gehe dann in „meinen“ Krontipalace und mit der üblichen Verspätung von 1 ½ Stunden beginnt die Übergabe der Ausrüstung für das neue Fußballteam. Auf den Dressen ist unser Logo und die Burschen freuen sich auf den Wettkampf mit den anderen 11 Teams von Akropong. Man will mit dieser Sportinitiative die Jungendlichen von der Straße bekommen, denn viele finden keine Arbeit und leben meistens im Familienverband irgendwie mit. Als Dank bekomme auch ich etwas: einen "batakari", das traditionelle Hemd aus dem Norden.
Unsere PC – Schule, die leider wegen fehlenden Lehrern in der letzten Zeit geschlossen war, wird neu renoviert und die Computer gewartet. Geplant ist in einer Klasse ein Internet Cafe, um selbsterhaltend zu sein und auch den Schülern der diversen Schulen die Möglichkeit eines Internetzugangs zu ermöglichen. Daneben sollen Kurse angeboten werden. Unser damaliges Ziel beim Aufbau dieses Projektes kann nun in einer modifizierten Form durchgeführt werden.
Mit noch einigen Meetings mit Lehrern, die die Kostenvoranschläge für neue Bibliotheken in den Schulen bringen, klingt der Tag aus.

Donnerstag, 24. Juni 2010

ES GEHT DEM ENDE ZU



2010-06-24
Heute sind noch einige Schulen angesagt, um die Kinder jener Paten zu fotografieren, die ein neues Bild möchten. Es ist sehr aufwändig, sodass dies nur punktuell geschehen kann. Außerdem habe ich die meisten Schulreports der Kinder, d.h. in jedem Term wird eine Beurteilung in eine Kartei geschrieben, um den Schulerfolg zu dokumentieren. Ich habe nun die meisten Kopien dieser Reports mit. Ich frage auch in den Klassen, wer seine SODIS FLASCHE mithat. Die Verbreitung ist noch sehr unterschiedlich, je nach Engagement des jeweiligen Lehrers und unseres Help4Ghana Schulvertreters (ein Lehrer pro Schule). In einer der Schulen entdecke ich ein Mädchen, Ophelia Ansah aus unserem Programm, der ein Bein amputiert wurde. Ich bringe das Kind nach Hause, um mit den Eltern über eine Prothese zu sprechen. Das Kind wird nun einem Arzt vorgestellt und mir berichtet. Behindert zu sein ist ein Drama hier, man hat kein Geld, um Behelfe zu besorgen. Es ist aber erstaunlich, wie geschickt sich Ophelia mit den Krücken bewegen kann.
Dann ist wieder eine Pause von 2 Stunden angesagt, bis Mr. Adu und Yirenkyi kommen, um mit mir deren Buchhaltung durchzuschauen und eine einheitliche Form zu finden. Das machen wir bis 21 h, also fünf Stunden. Es reicht uns allen und morgen geht’s mit der Budgeterstellung weiter.

Mittwoch, 23. Juni 2010

ENDSPURT




2010-06-23
Ich schlafe sehr wenig, denn obwohl ich schon seit 4 Wochen da bin, wird mir die Zeit zu knapp. Zuerst haben wir ein sehr erfolgreiches Gespräch mit dem Direktor des Ghana Education Service. Es geht darum, dass die Schuldirektoren immer wieder die Schulgebühren erhöhen, was zu einer unerträglichen Situation der Eltern führt. Man verspricht uns, dass in Zukunft nur mehr Erhöhungen mit der Genehmigung des Bezirksschulrates gemacht werden dürfen. Dann besuche ich zuerst die Methodist Schule, wo viele SODIS FLASCHEN in der Sonne liegen. Ich besuche die Kinder unserer Sponsoren und mache Bilder. Mittlerweile ist es Mittag, die Sonne brennt herab und ich flüchte in ein kleines Beisel. Das neue antialkoholische Getränk „alvaro“ löscht den Durst nicht wirklich. Ich wollte noch weitere Schulen besuchen, aber heute bin ich wirklich ziemlich erschöpft. Ich gehe „heim“ und bereite noch alle schriftlichen Unterlagen vor, um morgen abends mit Mr. Adu und Yirenkyi ein Abschlussgespräch zu führen. Ich habe noch 3 Kinder mit den Eltern hierher gebeten, um ihnen das Geldgeschenk von den Paten zu geben. Dann freue ich mich schon auf das heutige Fußballmatch Ghana gegen Deutschland.

WIEDER NACH ASASEKORKOR





22.06.2010
Heute wollen Mr. Adu und ich wieder nach Asasekorkor, um zu schauen,wieviel von unserem Workshop für SODIS angenommen wurde. In den Klassen gibt es eine fast 100 %ige Akzeptanz. Anders in den Haushalten. Wir haben einen weiteren Lehrer als speziellen SODIS Promoter eingestellt, der - da er im Dorf wohnt - auch jeden Abend so nachschauen und motivieren kann. Es regnet und die rote Erde verwandelt alles in eine Rutschbahn. Mr. Adu meint spasshalber, wenn ich fiele, dann müsste er es dem Osahene, meinem höchsten Chief sagen und als Strafe sei mindestens ein Schaf fällig. Wir haben dann noch eine Besprechung mit den Elders und dem Chief wegen des Mikrokredites. Es wird ernst. Man übergibt uns die Namen von den fünf Gruppen mit jeweils einen Leiter. Nächste Woche wird Mr. Adu die Auszahlung vornehmen. Dann machen wir noch Halt bei einer Ansammlung von Hütten, die auch zu Asasekorkor gehören. Dort geht es noch armseliger zu. Sehr, sehr viele Kinder, alle in schmutzigen, zerissenen Gewändern. Wir rekrutieren viele Kinder, die in die Schule gehen sollten und damit auch von uns die Krankenversicherung bekommen. Um eine Soforthilfe anzubieten, werde ich versuchen, einen bekannten Arzt für eine Untersuchung der Kinder zu gewinnen. Es ist schon stockdunkel, als wir langsam die zerfurchte Piste heimwärts fahren.

Dienstag, 22. Juni 2010

BACK TO DUTIES



2010-06-21
Ich fange sozusagen vom Ende des Tages an: ich sitze im „Palm Hill“, einem netten Restaurant mit Blick auf die Hügeln des Akwapimreiches. Ein großes „Club“ Bier rettet mich vor dem Verdursten. Wer schon einmal da war, erinnert sich mit Freude an die „grilled chicken with jollof rice“. Ich komme von unangemeldeten Besuchen in der Anglican Primary School und der Presby Primary School, wo ich die Präsenz der SODIS METHODE überprüfen konnte. In beiden Schulen bringen die Kinder das Wasser in ½ l Flaschen in die Schule, dort werden die Flaschen in die Sonne gelegt und am nächsten Tag getrunken. Die Kinder haben mehrere Flaschen, sodass derzeit in manchen Klassen eine prozentuelle Abdeckung von 80 % ist. Die Vorgangsweise, das „Sichere Trinkwasser“ in den Schulen bekannt zu machen, geht voll auf. Bei den PTA Meetings (Parents-Teacher-Association) werden die Eltern und auch jene Lehrer, die bei den beiden Workshops in Akropong nicht dabei waren, geschult. Ich bitte die Help4Ghana Promotoren dafür zu sorgen, dass ich von jeder Schule 1 gezeichnetes oder gemaltes Bild bekomme, das SODIS zum Thema hat. (SODIS – SOLARE WATERDISINFECTION). Dann gehe ich in den Kronti – Palace. Dort ist man heftig am Streichen und unsere Computerschule erstrahlt in neuem Glanz. Der Trainer des 23köpfigen Teams zeigt mir die Schuhe, Socken und den Fußball. Die Dressen werden gerade mit unserem Logo bedruckt. Am Freitag findet dann die feierliche Übergabe statt mit einem anschließenden Freundschaftsmatch. Es ist wirkliche eine Freude, die Fortschritte zu sehen.

Sonntag, 20. Juni 2010

REGENZEIT




2010-06-20
Ich bin schon seit 4 h wach, denn es regnet und regnet.Obwohl ich schon 2 x im Juni hier war, ist die Frequenz des Regens doch heuer anders. Die Seitenstraßen in Akropong und die Piste in Asasekorkor wird zu einer glitschigen Rutschbahn und ganze Sturzbäche reißen tiefe Furchen in die ohnehin schon ramponierten Straßen und Wege. Eigentlich wollten wir an den Strand, aber für mich ist es auch so schön. Ich kann meine Mails bearbeiten und auch "Büroarbeit" machen. Cornelia macht einen Brunch und wir haben es richtig gemütlich. Am Nachmittag werde ich abgeholt und morgen gehts zum Endspurt.

LETZTE EINKÄUFE

2010-06-19
Ich fahre mit Edward, unserem ständigen Taxifahrer nach Accra. Es ist sehr wichtig, mangels anderer Transportmöglichkeiten, einen verlässlichen Fahrer zu bekommen. Manchmal ist es allerdings schwierig für ihn, sich in Accra auszukennen, aber wir haben noch überall hingefunden. Zuerst geht’s zum Makola Markt, dem größten in Accra, wo man alles finden kann. Es herrscht ein großes Gedränge, aber die Menschen sind sehr freundlich. Überall werde ich mit „obroni“ (Weiße) oder „Mama“ begrüßt. Im Moment beherrscht die Fußballweltmeisterschaft das Bild. Es gibt fast nichts, was nicht in den Landesfarben rot-grün-gold angeboten wird. Ich kaufe zwei große Trolleys für den Heimtransport, da ich wieder viele Stoffe und Perlen für unsere Märkte gekauft habe. In der Mitte des Lebensmittelmarktes finde ich frische Sheabutter, die in großen Kalebassen von Tamale gebracht wird. Bei Cornelia von Wülfling werde ich nun bis zum Nachmittag bleiben, gemeinsam mit den letzten beiden Tagen bei ihr vorher, sind dies meine einzigen Erholungstage.